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The Beauty of Music (Part I)

München, 2003. Es ist Juni, Hochsommer im Olympiapark. Ein 8-jähriger, schüchterner kleiner Junge macht sich mit seinen Eltern auf in die nächstgelegene Großstadt, um seine Lieblingsband das erste Mal live zu sehen. Unwissend, dass diese Nacht sein Leben für immer verändern wird.


«Good evening, Munich. It’s good to be back. I guarantee you: you’re in for the long haul tonight, baby.» (1)

Wir standen auf den Rängen direkt gegenüber dieser riesigen Bühne, in einer Linie mit dem markanten, weißen Mikrofonständer. Obwohl mindestens 120 Meter dazwischen lagen, konnte ich jedes Detail noch so klar wahrnehmen. Ich war fortan gebannt. Meine Mama erzählt heute noch die Geschichte, wie ich mich am nächsten Tag mit einem großen DIN-A3-Blatt und Buntstiften hinsetzte und die gesamte Szenerie dieses dreistündigen Mammut-Konzerts nachzeichnete; mit vielen Details, die sie, laut ihrer eigenen Aussage, nicht einmal ansatzweise wahrgenommen hätte.

Die Nacht des 13. Juni sollte mein Leben für immer verändern. Ich durfte nicht nur in so jungen Jahren meine (bis heute absolute) Lieblingsband das erste Mal live sehen. Nein, sie versiegelte auch noch auf ewig mein untrennbares Band zur Musik. Und so hält mein Traum bis heute an, eines Tages selbst einmal auf so einer großen Bühne zu performen.

Sein Idol anzuhimmeln, ist die eine Sache; vielen Menschen gibt es einen Grund zu existieren, einen Halt im Leben. Mich treibt etwas anderes an: Ich möchte nicht meinen Idolen nachjagen und auf Schritt und Tritt verfolgen. Ich möchte sein, wie sie. Nicht des Geldes oder des Ruhmes wegen; mich hat der monetäre Aspekt eines erfolgreichen Musikerdaseins nie gelockt.

Ich möchte mich frei fühlen und grenzenlos. Wie ein Vogel, der einfach dahingleitet und sich vom Wind treiben lässt. Die Melodie ist mein Wind. Ihre Klänge mein Antrieb. Du schließt deine Augen, erhebst deine Stimme, das Publikum geht mit - und du fühlst dich einfach frei.


Das ist für mich «the Beauty of Music».




«Here I am, this is me. There's nowhere else on earth I'd rather be.» (2)

Hi, mein Name ist André. Ich bin Sänger, Gitarrist, Schlagzeuger und Artist theandiller.

Heute, 20 Jahre später, sitze ich hier und möchte dir von meiner Liebe zur Musik erzählen.

Mein leiblicher Vater war quasi Profimusiker wie auch sein Vater, mein Großvater. War ersterer eher in der Welt des 70er/80er Rock wie Queen und Toto zuhause, ging letzterer mit einer Blaskapelle sogar in den Staaten auf Tournee. Mir wurde die Musik quasi in die Wiege gelegt, wie man so schön sagt. Nicht verwunderlich also, dass es von mir Bilder gibt, wie ich bereits mit ca. einem Jahr auf dem Schoß meines leiblichen Vaters sitze und Schlagzeugstöcke in der Hand halte. Mit vier Jahren erhielt ich dann mein erstes Schlagzeug, welches ich mir autodidaktisch beibrachte. Side Note: Ich spiele open-handed (für alle Nichtschlagzeuger: die meisten Menschen sind Rechtshänder. Da das taktgebende Hihat-Becken bei einem Schlagzeug klassischerweise auf der linken Seite angeordnet ist, sehen wir daher auch die meisten Schlagzeuger mit überkreuzten Händen spielen, die typische Grundhaltung. Als Linkshänder würde man das Schlagzeug also spiegelverkehrt aufbauen, um ebenso mit überkreuzten Händen zu spielen). Da man mir das Schlagzeug wie für einen Rechtshänder aufbaute, und ich niemals eine richtige Unterrichtsstunde gehabt hatte, spielte ich intuitiv mit der linken Hand - eine Spielweise, die man open-handed nennt, wie ich kurze Zeit später herausfand. Schnell stellte sich heraus, dass das große Idol meines Vaters der Schlagzeuger Simon Phillips (bekannt durch TOTOThe WhoJudas Priest, u.v.m.) war - ein Pionier der open-handed Spielweise. Ich hätte mein Schlagzeug auch umbauen und als Linkshänder überkreuz spielen können; doch der Stil von Phillips gefiel mir so gut, dass ich ihn beibehielt.


Ungefähr zur gleichen Zeit schenkte mir der Gitarrist in der Band meines Vaters eine klassische Gitarre. Kurz nach meiner ersten Konzerterfahrung kaufte mein Großvater mir eine E-Gitarre (eine Ibanez GRG121DX-BKF) inkl. 15 Watt Marshall-Verstärker und zahlte mir fünf Jahre lang meinen Gitarrenunterricht - wofür ich unglaublich dankbar bin. Mein Gitarrenlehrer war nicht nur ein musikalischer Virtuose (er spielte mehr als 10 Instrumente und schrieb Partituren für alle möglichen Ensemble-Konstellationen), sondern hatte auch ein gutes Gespür dafür, was seine Schüler brauchten. So brachte ich, aufgrund meiner bereits 4-jährigen Erfahrung am Schlagzeug, ein ausgeklügeltes Rhythmusgefühl mit. Schon nach kurzer Zeit wurden einfache Notenblätter wie das einstimmige "Freude schöner Götterfunken" oder "Schnappi, das kleine Krokodil" (Ja, das war damals "in") zu langweilig. Wie wäre es also mit etwas AC/DCGuns 'N Roses oder Iron Maiden? Bereits nach einem Jahr beherrschte ich das Tabulaturlesen nahezu fehlerfrei (siehe den Artikel über meinen Gitarrenlehrer hier).


Mein Talent wurde schnell auch von den Musiklehrern in meiner Schule wahrgenommen, und so wirkte ich an sämtlichen Musikproduktionen der Schule seit der sechsten Klasse mit. Beginnend am Schlagzeug übernahm ich schließlich die Rolle des Gitarristen bis hin zum Frontmann. Meine Stimme entdeckte ich erst ein paar Jahre später, als ich permanent auf dem Karaoke Flimmerkasten meiner Schwester "The Eye of the Tiger" von Survivor für meine Mama zelebrierte. Mit ca. 13 Jahren formierte ich die erste eigene Band, diverse andere Formationen und Projekte folgten in späteren Jahren. Mit ungefähr 16 oder 17 nahm ich das erste Mal Gesangsunterricht. Diverse Lehrer, v.a. aus den klassischen Bereichen, begleiten mich seit jeher.


Sänger für Trauungen

Aktuell bin ich als Sänger für Trauungen unter dem Slogan Der Soundtrack für euren großen Tag unterwegs. Für das kommende Jahr plane ich zusätzlich, wieder eine feste Band zu gründen, eigene Musik zu schreiben, diese auf die Bühne zu bringen und sie mit Gleichgesinnten zu teilen.



Ihr habt auch vor zu heiraten? Meldet euch jetzt schnell und fragt an - mit etwas Glück ist euer Termin noch frei!






«Passion comes with the right attitude. Passion is momentum that drives the engine. Passion eliminates time.» (3)

In meinem Zuhause lief rund um die Uhr das Radio. 97.1 FM … zum Frühstück, wenn ich von der Schule nach Hause kam, während den Hausaufgaben, bis hin zu den späten Abendstunden. ALLE Hits der 80er, 90er und der damals aktuellen 00er. Von Heavy Metal über Glam-Hair-Metal, hin zu seichteren Popeinlagen, bis zum neumodischen Post-Grunge war alles mit dabei. An Dienstagen und Donnerstagen gab es gegen 22 Uhr oft Special-Shows, während denen ganze Alben oder spezielle Live-Aufnahmen gespielt wurden. Ja, Kinder, ich wuchs zu einer Zeit auf, zu der man noch warten musste, bis ein Album als CD veröffentlicht wurde; und oft gab es dann nur auf dem nicht-europäischen Markt besondere Auflagen, bei denen noch Bonus Songs dabei waren. Nie werde ich die Freitage vergessen, an denen ich nach der Schule in den nächstgelegenen Laden spazierte, um mir die neueste Scheibe einer meiner heißbegehrten Lieblingsbands zu holen und sie das ganze Wochenende bei voller Lautstärke rauf und runter zu hören (danke für’s Durchhalten, Mama!). Die ersten 15 Jahre meines Lebens waren also geprägt von den Melodien der ganz großen Bands - zwei davon stachen ganz besonders heraus: Bryan Adams und Bon Jovi.



«Music can shoot through the musician like lightning through the sky if that music is unobstructed by thoughts.» (4)

Jeder kennt Momente aus seinem Leben, an die er sich noch ganz klar und deutlich erinnern kann, obwohl sie schon (mehrere) Jahrzehnte zurückliegen. Ich sehe es noch wie heute vor mir, als mir mein leiblicher Vater nach einem Kuraufenthalt die damals erschienene Platte Crush von Bon Jovi in die Hand drückte. Oder wie mir Menschen auf die Schulter klopften und mich anlächelten, weil ich scheinbar weit und breit der einzige achtjährige auf diesem riesigen Rock-Konzert war, der auch noch die Texte mitsingen konnte. Oder wie ich eines meiner größten Idole nach dem Konzert an der Backstagetür abpasste, um meine Gitarre von ihm signieren zu lassen (hier). Wie ich mit einem Kindheitshelden zusammen auf der Bühne spielte und ihm meine Dankbarkeit für seine Inspiration ausdrückte (hier). Als ich eine Platte zu Beginn der Pfingstferien kaufte, und der musikalische Stil so völlig anders als das war, was ich bisher von der Band gewohnt war, und ich trotzdem nicht umher konnte, die ganzen Ferien über nichts anderes zu tun, als diese Platte zu hören (dieses Album ist übrigens bis heute eines meiner Lieblingsalben und mit das Beste der Band). Da war eine Demi Lovato, die in einem Camp mit viel cooleren Leuten wusste, wo sie hingehörte; oder Zac Efron, der es kurz vor seinem Abschlussball erst noch schreiend herausfinden musste. Wir wollten sein wie sie.

Der Vater meiner damaligen Freundin, der ebenso musikbegeistert und für mich wie eine Vaterfigur war, lud mich regelmäßig zu Platten-Abenden ein, und wir tauschten uns über unsere Begeisterung für die Musik aus. Als ich meinen ersten Song auf Youtube und Facebook veröffentlichte und so unglaublich stolz war, obwohl die Aufnahmequalität eher einer blechernen Büchse glich. Als ich mit 14 Jahren einen Gig vor ca. 600 Zuschauern spielte, beim letzten Song “Woah, we’re half way there …” heißer gröhlte, das Mikro in die Luft streckte und das Publikum den Song dahin trug …


Das Schöne an der Musik ist, sie begleitet uns durch jede Lebenslage. So erinnere ich mich an ganze Alben, die auf einmal wie ein vollständiges Konzept wirkten, schien doch jeder einzelne der zwölf Songs über mich geschrieben. Oder Songs, die den Herzschmerz erträglicher machten, weil man sich einfach wieder und wieder darin suhlen konnte. Melodien, die das Herz zum Stehen bringen und in der selben Sekunde zum Schlagen animieren. Songs, die für die Ewigkeit geschrieben sind. Musikvideos, deren Tabs noch heute parallel im Gehirn geöffnet und jederzeit bereit zum Abspielen sind. Oder besagtes Musikvideo, das dein Leben verändert.


«Die Musik kommt nicht von uns. Sie fließt nur durch uns durch, und wir bringen sie dann in eine Form. Der Kanal steht immer offen, und somit brauchen wir uns nur zu öffnen.» (5)

Als junger Erwachsener, etwa um das Jahr 2012, entdeckte ich etwas verspätet eine weitere Super-Group durch Zufall auf Youtube. Da war ein Typ mit schulterlangen Haaren, schwarzer Mütze, Tanktop, Tattoos und Springerstiefeln, setzte sich nur mit seiner Akustikgitarre vor einer riesigen Menschenmenge auf einem Rockfestival auf seinen Barhocker und spielte eine Acoustic-Version eines offensichtlich sehr bekannten Songs der Band. Aber irgendetwas war anders … es war nicht das übliche Geschrei am Mikro, die hier und da mal falschen Töne, das verkrampfte Gesicht. Nein, die Stimme war leicht und trotzdem durchsetzungsfähig, trug sich scheinbar wie von selbst über den gesamten Platz hinweg, ohne auch nur den kleinsten Hauch einer hörbaren Anstrengung.


Die Rede ist von keinem geringeren Musiker als Myles Kennedy, Sänger der Band Alter Bridge, Frontmann der Gruppe Slash feat. Myles Kennedy and the Conspirators und mittlerweile auch als Solokünstler sehr erfolgreich unterwegs. Ich weiß nicht mehr, wie viele Stunden ich in dieser Nacht an meinem Laptop saß und mir eine Live-Performance nach der anderen anschaute, gebannt von dem musikalischen Talent dieses Mannes und auch seiner Band. Ich erinnere mich noch, dass meine damalige Freundin mit einem Kreuzbandriss vom Training nach Hause kam, und ich nicht mehr vorbeischaute (falls du das liest: sorry dafür). Hierbei machte ich eine interessante Beobachtung: die Musik dieser Gruppe war deutlich härter als alles andere, was ich bis dato an Musik mochte; von Heavy Metal Bands der 80er konnte ich immer nur die seichteren Stücke hören. Da ich aber mit einer eher poppigen Nummer in die Welt von Alter Bridge eintauchte, schien ich mich Stück für Stück daran zu gewöhnen - heute verstehe ich, warum Hard-Rock Bands zuerst die radiofreundlichen Songs als Single-Auskopplungen veröffentlichen.

Nach nächtelanger Recherche fand ich heraus, dass Alter Bridge aus der Asche der wahnsinnig erfolgreichen Band Creed entstand. Außerdem konnte ich mich erinnern, dass mich ein Musikerkollege, der deutlich älter war als ich (ich spielte in der Band des Vaters meiner damaligen Freundin), bestimmt 2-3 Jahre vorher darauf aufmerksam machte, ich solle mir “unbedingt mal diesen Myles Kennedy anhören, der mit Slash durch die Welt tourt”. Nun, glücklicherweise kam ich nicht zu spät und entdeckte ihn genau zu der Zeit, als er mit seiner wahren Größe gerade erst begann (die übrigens bis heute anhält).


Die Entdeckung Myles Kennedy’s* veränderte meine musikalische Entwicklung drastisch und lehrte mich seither vor allem zwei Dinge: Gesangstechnik zu studieren bringt künstlerische Freiheit im Studio und auf der Bühne. Künstlerische Freiheit ist all about the space - sobald du auf die Bühne steigst, solltest du anstreben, in eine Welt einzutauchen. The space, the zone, wie auch immer du es nennen magst. Nichts kann dich aus dieser zone bringen. Es ist der ultimative State, aus dem du unendlich schöpfen kannst. Alles ist möglich.


Das ist «the Beauty of Music».


*Wer einmal ein Konzert von ihm besucht hat, weiß wovon ich spreche. Er hat eine unglaublich leichte Präsenz, wie er steht, wie er sich bewegt. Man spürt förmlich seine Energie.




«Like a fine wine - it just keeps getting better.» (6)

Heute kann ich sagen, dass meine musikalischen Einflüsse vielfältiger denn je sind.

Zugegeben, als junger Teenager war ich viel zu wenig aufgeschlossen gegenüber anderen Musikgruppen. Meine Liebe und Entdeckerlust öffneten sich erst durch die Tür, die Myles Kennedy mir ebnete. Heutzutage besuche ich Konzerte jeglicher Genres vor allem, um zu lernen. Ich bin unendlich dankbar dafür, wie ich aufgewachsen bin. Ich wäre nicht derselbe Mann, hätte ich mich nicht unsterblich in die großartige Bühnenpräsenz von Jon Bon Jovi, die Schreibkunst von Bryan Adams, die einprägsamen Melodien der 80er-Rock-Balladen-Kultur, die eindrücklichen Songtexte der 00er, die unglaublichen Soli von Steve Lukather, den Kick-Drum-Sound von Simon Phillips oder die Kunst, ein Stadion zum Beben zu bringen, wenn man nur die Hand hebt (Freddie Mercury), verliebt.


Das ist meine Geschichte.

Und doch ist meine Liebe zur Musik noch lange nicht zu Ende erzählt.

Ich lade dich herzlich dazu ein, mich auf meiner Reise zu begleiten. Tauche ein in meine Welt und erfahre alles über die Dinge, die mich bewegen: Alben, Songs, Konzerte, Bücher und all-things-music.


Jetzt bist du gefragt: Wann hattest du deine ersten Berührungen mit Musik? Was sind deine musikalischen Einflüsse? Was war die musikalische Entdeckung des Jahres für dich? Was begeistert dich, hat aber nichts mit Musik zu tun?


Lass es mich wissen und schreib es in die Kommentare!

Rock on,

theandiller



 

(1) Jon Bon Jovi - Begrüßung des Publikums im Olympiastadion München, 2003.

(2) Adams, Bryan. "Here I Am". Gretchen Peters, Hans Zimmer. Spirit: Stallion of the Cimarron (Soundtrack). A&M, 2002.

(3) Vai, Steve.

(4) Werner Kenny., Effortless Mastery: Liberating the Master Musician within. Aebersold, 1996.

(5) Rubin, Rick. Kreativ. Die Kunst zu sein. Barth O.W., 2023.

(6) Jon Bon Jovi - Einleitung des Songs “Just Older” während eines Konzerts.

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